Seminarhaus SCHMIEDE, Lösungen in Beziehungen und Beruf
Annette und Günter W. Remmert M.A., Römerstr. 5, 54298 Welschbillig (Nähe Trier/Luxemburg)
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Lösungsfokussierung

Der Schlüssel zur Problemlösung

Dinge sind nie so, wie sie sind.
Sie sind immer das,
was man aus ihnen macht.
Jean Anouilh

Wie lange haben Sie schon über bestimmte Probleme gebrütet? Sind Sie durch Nachdenken voran gekommen? Wirklich? Sind diese Probleme jetzt kein Thema mehr?

Was machen wir eigentlich, wenn wir uns auf ein Problem konzentrieren? Wir drehen und wenden es, betrachten es von verschiedenen Seiten, versuchen, es auf den Punkt zu bringen. Wir erinnern uns, wie es entstand, wann es zuerst auftauchte und wie es zunahm. Wir versuchen, den Grund heraus zu finden und entdecken dabei mehrere, vielleicht sogar viele Gründe. Wir verteilen die Schuld an dem Problem: an andere, an uns selber. Wir machen Vorwürfe, suchen Schuldige…

(Cartoon: Mit freundlicher Genehmigung von Werner Tiki Küstenmacher, VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG)

So lernen wir das Problem immer genauer kennen. Es bekommt immer mehr Facetten, wird immer größer. Von der Lösung entfernen wir uns dabei jedoch immer mehr.

Irgendetwas ist bei dieser Vorgangsweise nicht besonders nützlich. Irgendetwas? Nein, die ganze Richtung stimmt nicht! Wir sind doch ursprünglich angetreten, das Problem zu lösen, nicht es zu studieren. Und jetzt können wir es nur besser beschreiben. Sogar schlimmer: unversehens stecken wir in einer Problemtrance!

Es gibt geschicktere Wege. Einer der nützlichsten wurde seit den 80-er Jahren in Milwaukee USA entwickelt. Und zwar im Gespräch mit Menschen, die heftige Probleme hatten: Alkohol, Drogen, Arbeitslosigkeit, Meinungsverschiedenheiten am Arbeitsplatz und in den Familien, persönliche Krisen.

Solche Menschen ließen sich beraten. Nun, das passiert überall auf der Welt. Das Besondere in Milwaukee war: die Berater und ihre Gäste ließen sich beobachten. Hinter einer Einwegscheibe saß eine Gruppe von Kollegen, die den Gesprächsverlauf genau studierten. Und die vor allem eine Frage stellten: Was hilft dem oder den Klienten am besten? Um diese Frage zu beantworten, interviewten sie ihre Gäste regelmäßig und führten umfangreiche Auswertungen durch. So fanden sie schrittweise heraus, was funktioniert.

Ihre Ergebnisse, über Jahre zusammen getragen und sorgfältig dokumentiert, revolutionierte die Beratungs- und Therapeutenszene. Nichts schien mehr so wie vorher. Manches Selbstverständliche wurde in Frage gestellt. Und ein frischer Wind kam auf.

Psychologen und Berater fanden nun bei den unterschiedlichsten Anliegen heraus, wie ihre Gäste größere Fortschritte machen konnten. Sie sprachen mit ihnen darüber, wie es ist, wenn das Problem nicht mehr besteht, wenn es sich aufgelöst hat. Dabei brauchten sie nicht ins Problemdetail zu gehen. Vielmehr halfen sie durch verständnisvolles Zuhören und geschicktes Fragen, Fortschritte zu beschreiben.

Wenn von Anfang an über erwünschte Ergebnisse, Verbesserungen und die dazu nötigen Ressourcen gesprochen wird, wird die Entwicklung von Lösungen viel wahrscheinlicher.

Dabei liegt die Aufmerksamkeit

Lösungsfokussierung nützt in geschäftlichen Kooperationen, in der Teamarbeit, bei der Zusammenarbeit mit Kunden oder Kollegen, in Schulen, in Therapie und Beratung. Auch im privaten Bereich ist sie erfolgreich: bei Beziehungsproblemen, in Krisen oder bei persönlichen Fragen. Inzwischen inspiriert die Lösungsfokussierung weltweit viele, die effektiver vorangehen wollen.

In der Lösungsfokussierung spricht man konkret und detailliert darüber, wohin man will und was dafür als Nächstes zu tun ist. Erfolgreiche Sportler stellen sich deswegen immer wieder das Gelingen, ihren Sieg vor. So etwas energetisiert und motiviert.

Was vermieden wird
Woran man Lösungsfokussierung erkennt
Gespräche darüber, was falsch läuft und misslingt.
Konkret und detailliert wird besprochen, wohin jemand will.
Ausführliche Problembeschreibung und Problemanalyse.
Was ist anders, wenn das Problem keine Rolle mehr spielt?
Welche Unterschiede bemerken dann die besten Freunde, die Familie, die Kollegen oder Kunden?
Fehlersuche, Schuldzuweisungen, Vorwürfe. Suche nach dem, was bereits gelungen ist und was zum Gelingen beigetragen hat.
Suche nach offensichtlichen und verborgenen Ursachen für das, was falsch läuft und misslingt.
Suche nach Ressourcen, Stärken, Begabungen, alternativen Vorgangsweisen und allem, was Fortschritte und Verbesserungen fördert.
Theorien und Konzepten, die Misserfolge, Probleme und Pathologien diagnostizieren und erklären.
Aufmerksame Nutzung von Sprache und wertschätzender Kommunikation.
Konzentration auf das, was im Gespräch ungesagt, verschwiegen oder vermieden wird.
Sorgfältiges Zuhören.
Ernstnehmen des Gesagten.
Fachausdrücke, Fremdwörter oder eine abstrakte Sprache.
Eine einfache und konkrete Sprache. Sie geht von den Beschreibungen desjenigen aus, der das Anliegen einbringt.

 

Die Lösungsfokussierung als besondere Form der Intervention und Gesprächsführung geht auf die Ideen der Schule von Milwaukee zurück, besonders auf Steve de Shazer (1940-2005) und seine Frau Insoo Kim Berg (1934-2007). Beide erforschten sehr genau, was wirkt. Daraus entwickelten sie in jahrelanger Kleinarbeit ihren Ansatz, den sog. solution focus.

Steve de ShazerInsoo Kim Berg

Nachruf auf Insoo Kim Berg

Nachruf auf Steve de Shazer

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